Anteilswert (NAV) eines Investmentfonds berechnen
Berechnen Sie den Anteilswert (NAV) eines Investmentfonds — den Nettoinventarwert des Fonds geteilt durch die Anzahl der umlaufenden Anteile. Der Anteilswert ist der Preis, zu dem Kauf und Rücknahme erfolgen, von der Kapitalverwaltungsgesellschaft täglich berechnet.
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How the numbers shift across typical situations for this calculator:
| Scenario | Anteilswert (NAV) |
|---|---|
| €500 M / 20 M Anteile | $25.00 |
| €50 M / 2 M Anteile | $25.00 |
| €1,2 Md / 30 M Anteile | $40.00 |
Wie dieser Rechner funktioniert
Geben Sie den Nettoinventarwert des Fonds (Vermögenswerte minus Verbindlichkeiten) und die Anzahl der umlaufenden Anteile ein. Der Rechner liefert den Anteilswert. In Deutschland erfolgen Käufe und Rücknahmen zum nächsten berechneten Anteilswert (Forward Pricing), was Arbitrage gegen einen bereits bekannten Anteilswert verhindert.
Die Formel
Cost per Unit
Total Amount is the full cost or price, Quantity is the number of units it covers
Beispielrechnung
Ein Fonds hat einen Nettoinventarwert von 500 Mio. € und 20 Millionen umlaufende Anteile. Anteilswert = 500.000.000 / 20.000.000 = 25 € je Anteil. Investiert ein Anleger 10.000 €, erhält er 10.000 / 25 = 400 Anteile (vor etwaigem Ausgabeaufschlag). Steigt der Wert der Fondsanlagen, steigt der Anteilswert entsprechend.
Kernpunkt
Der Anteilswert (NAV) ist das zentrale Konzept der Fondsbewertung in Deutschland. Anders als eine börsennotierte Aktie hat ein offener Investmentfonds keinen Marktpreis: Sein Anteilswert wird regelmäßig (meist täglich) aus dem realen Wert der zugrunde liegenden Vermögenswerte berechnet, geteilt durch die Anzahl der Anteile. Die Berechnung obliegt der Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG), während die Verwahrstelle (Depotbank) sie kontrolliert — ein Vier-Augen-Prinzip, das den Anlegerschutz stärkt. Das Forward Pricing ist grundlegend: Ein heute erteilter Auftrag wird zum nächsten berechneten Anteilswert ausgeführt, nicht zum letzten bekannten. Das unterscheidet offene Fonds von ETFs (börsennotiert, mit einem Marktpreis, der durch den Creation/Redemption-Mechanismus eng am NAV gehalten wird) und von geschlossenen Fonds (deren Börsenkurs dauerhaft mit Abschlag oder Aufschlag zum NAV notieren kann). Verschiedene Anteilsklassen (thesaurierend/ausschüttend, retail/institutionell) können mit unterschiedlichen Anteilswerten koexistieren.
Der Anteilswert: der reale Preis eines offenen Fonds
Der Anteilswert (NAV) ist das Herzstück der Funktionsweise eines offenen Investmentfonds. Anders als eine fortlaufend gehandelte Aktie hat ein offener Fonds keinen durch Angebot und Nachfrage bestimmten Marktpreis: Sein Anteilswert wird regelmäßig aus dem realen Wert der zugrunde liegenden Vermögenswerte berechnet. Die Formel ist einfach — Nettoinventarwert geteilt durch die Anzahl der Anteile — doch der Nettoinventarwert selbst erfordert eine sorgfältige Bewertung jedes gehaltenen Wertpapiers und der Liquidität, abzüglich Verbindlichkeiten, abgegrenzter Verwaltungskosten und etwaiger Rückstellungen.
In Deutschland obliegt die Berechnung der Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG), während die Verwahrstelle (Depotbank) sie überwacht — ein Vier-Augen-Prinzip nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), das den Anlegerschutz stärkt. Die Berechnungsperiodizität (meist täglich) ist im Verkaufsprospekt festgelegt. Für illiquide oder in anderen Zeitzonen notierte Vermögenswerte (asiatische Aktien, Immobilien) kommen Schätzmethoden (Fair Value) zum Einsatz — eine mögliche Quelle für Abweichungen zwischen Anteilswert und sofortigem Realisationswert.
Das Forward Pricing ist ein wesentlicher Schutz: Ein heute erteilter Kauf- oder Rücknahmeauftrag wird zum nächsten berechneten Anteilswert ausgeführt, nicht zum letzten bekannten. Ohne diesen Mechanismus könnte ein Anleger einen bereits veröffentlichten Anteilswert gegen die untertägige Marktentwicklung arbitrieren — zum Nachteil der übrigen Anleger. Der Cut-off (Annahmeschluss) bestimmt, welcher Anteilswert maßgeblich ist.
Offene Fonds, ETFs und geschlossene Fonds: drei Verhältnisse zum NAV
Das Verhältnis zwischen dem vom Anleger gezahlten Preis und dem NAV unterscheidet sich grundlegend je nach Fondstyp. Ein klassischer offener Fonds wird stets exakt zum Anteilswert gehandelt: Es gibt keinen Sekundärmarkt, Anteile werden von der KVG zum Anteilswert ausgegeben oder zurückgenommen. Dies ist das einfachste und verbreitetste Modell für Publikumsfonds in Deutschland.
Ein ETF (börsengehandelter Indexfonds) wird fortlaufend wie eine Aktie gehandelt. Sein Marktkurs kann leicht vom NAV abweichen, doch der Creation/Redemption-Mechanismus durch Authorized Participants (Market Maker) hält diese Abweichung bei liquiden ETFs sehr gering: Übersteigt der Kurs den NAV, schafft Arbitrage neue Anteile, die den Kurs senken, und umgekehrt. Ein indikativer NAV (iNAV) wird während des Handels fortlaufend veröffentlicht.
Ein geschlossener Fonds (feste Anteilszahl, börsennotiert) kann dauerhaft mit Abschlag oder Aufschlag zum NAV notieren. Mangels eines Mechanismus zur Ausgabe/Rücknahme zum NAV wird der Kurs allein durch Angebot und Nachfrage am Sekundärmarkt bestimmt. Ein Abschlag von 10-20% zum NAV ist häufig und spiegelt Illiquidität, Verwaltungskosten oder mangelndes Anlegerinteresse wider. Dieser Abschlag kann eine Chance (Kauf von Vermögenswerten unter Wert) oder eine Falle (wenn er dauerhaft bestehen bleibt) sein.
Anteilswert und Fondstypen in Deutschland (2024-2025)
NAV-Mechanik je nach Anlagevehikel.
| Position | Detail |
|---|---|
| Formel Anteilswert | Nettoinventarwert / Anzahl Anteile |
| Nettoinventarwert | Vermögen − Verbindlichkeiten − Kosten |
| Berechnungsperiodizität | Täglich (meist) |
| Kontrolle | Verwahrstelle (KAGB, Vier-Augen) |
| Handel offener Fonds | Immer zum Anteilswert |
| Handel ETF | Markt ± NAV (geringe Abweichung) |
| Indikativer NAV (iNAV) | Fortlaufend veröffentlicht |
| Handel geschlossener Fonds | Abschlag/Aufschlag möglich |
| Forward Pricing | Nächster NAV nach Auftrag |
| Ausgabeaufschlag | Nicht im NAV enthalten |
Ein offener Fonds wird stets zum NAV gehandelt; ein geschlossener Fonds kann dauerhaft unter NAV notieren. Quellen: BaFin, KAGB, BVI.
Häufig gestellte Fragen
Wie berechnet man den Anteilswert eines Fonds?
Anteilswert = Nettoinventarwert / Anzahl der umlaufenden Anteile. Der Nettoinventarwert ist der Marktwert aller Fondsvermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten und Kosten. Beispiel: 500 Mio. € Nettoinventarwert bei 20 Millionen Anteilen ergibt einen Anteilswert von 25 € je Anteil.
Was bedeutet Forward Pricing?
Käufe und Rücknahmen von Fondsanteilen erfolgen zu einem zum Auftragszeitpunkt noch nicht bekannten Anteilswert: Maßgeblich ist der nach Annahmeschluss (Cut-off) berechnete Anteilswert. Dieser Mechanismus verhindert Arbitrage gegen einen bereits veröffentlichten Anteilswert.
Was unterscheidet Anteilswert und ETF-Kurs?
Ein klassischer offener Fonds wird ausschließlich zum Anteilswert gehandelt. Ein ETF wird fortlaufend an der Börse gehandelt: Sein Marktkurs kann leicht vom NAV abweichen, aber der Creation/Redemption-Mechanismus durch Market Maker hält die Abweichung bei liquiden ETFs sehr gering.
Warum kann ein geschlossener Fonds unter NAV notieren?
Ein geschlossener Fonds (feste Anteilszahl, börsennotiert) kann dauerhaft mit Abschlag oder Aufschlag zum NAV notieren, da der Kurs allein durch Angebot und Nachfrage am Sekundärmarkt bestimmt wird. Offene Fonds werden dagegen stets exakt zum Anteilswert gehandelt.
Was ist ein thesaurierender oder ausschüttender Anteil?
Ein thesaurierender Anteil legt die Erträge (Dividenden, Zinsen) automatisch im Fonds wieder an, was den Anteilswert erhöht. Ein ausschüttender Anteil zahlt diese Erträge an die Anleger aus. Beide Klassen können in einem Fonds mit unterschiedlichen Anteilswerten koexistieren.
Ist der Ausgabeaufschlag im Anteilswert enthalten?
Nein. Der Anteilswert ist der reine Preis des Anteils. Ein etwaiger Ausgabeaufschlag (typisch 0-5%) und Rücknahmeabschlag kommen bei der Transaktion hinzu. Viele moderne Fonds und ETFs haben keinen Ausgabeaufschlag, besonders über Direktbanken und Fondsplattformen.
Quellen und offizielle Referenzen
- BaFin — Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht — Investmentfonds: Anteilswert, KVG und Verwahrstelle · consulted May 31, 2026 · Aufsicht über die Anteilswertberechnung
- Bundesministerium der Finanzen (BMF) — Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) — Bewertung und Anteilspreis · consulted May 31, 2026 · Rechtsgrundlage der Fondsbewertung in Deutschland
- Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) — Anteilswertberechnung und Fondspreise — Branchenstandards · consulted May 31, 2026 · Branchenverband, Methodik der Bewertung
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Methodik und Prüfung
Anteilswert (NAV, Net Asset Value) = Nettoinventarwert / Anzahl der umlaufenden Anteile. Der Nettoinventarwert ist der Marktwert aller Vermögenswerte des Fonds (Wertpapiere, Liquidität) abzüglich Verbindlichkeiten und abgegrenzter Kosten. In Deutschland berechnen Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVG) den Anteilswert täglich; die Verwahrstelle (Depotbank) überwacht die Berechnung. Käufe und Rücknahmen erfolgen zum nächsten berechneten Anteilswert (Forward Pricing), was Arbitrage verhindert. Der Anteilswert berücksichtigt keinen Ausgabeaufschlag. Die Berechnung unterscheidet nicht zwischen Anteilsklassen (ausschüttend/thesaurierend, retail/institutionell), die unterschiedliche Anteilswerte haben.
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